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Social Media für KMU – Chance oder Teufelswerk?

Zum Sinn und Zweck vom Social Media Einsatz, insbesondere bei kleineren Unternehmen, gibt es noch immer ambivalente Ansichten bei den Unternehmensleitungen. Kann Social Media einen Beitrag zum Unternehmenserfolg bieten, oder ist es nur ein Strohfeuer?

Die Verwendung  von Social-Media in der täglichen Kommunikation ist insbesondere bei den „Digital Natives“, also der Generation die mit digitalen Technologien aufgewachsen ist, gang und gäbe. Ob Facebook, Twitter oder YouTube, die Beliebtheit und die Nutzerzahlen steigen stetig an. Längst hat sich das Internet durch die Social Media Kanäle zum multi-direktionalen Kommunikationsmedium entwickelt.

Natürlich spiegelt sich dieser Trend auch in der geschäftlichen Verwendung in Unternehmen wieder. So werden Social Media Instrumente sowohl für die Außenkommunikation der Unternehmen in Form von Unternehmensblogs, Facebook/Google+ Unternehmensseiten, YouTube, Twitter etc. als auch für die interne Mitarbeiterkommunikation und als Kollaborationswerkzeug eingesetzt. In diesen zumeist nicht-öffentlichen Bereichen können sich die Mitarbeiter innerhalb der Organisation informieren, Daten austauschen und Projekte steuern. Damit soll auch die zeitaufwändige Mailbearbeitung reduziert werden.

Bei kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) mit weniger als 50 Mitarbeitern, findet die Anwendung von Social Media Instrumenten noch selten statt. Auf Nachfrage bei Geschäftsführern der oft inhabergeführten Unternehmen dieser Größe, ob Social Media wichtig für ihr Unternehmen sei, ist bei mehr als der Hälfte der Befragten ein eher verhaltenes bis negativ geprägtes Meinungsbild festzustellen.

Neben plakativen Aussagen wie: „Wer braucht denn so was?“ (auch eine häufig, in den 80er-Jahren gemachte Aussage zum PC-Einsatz bei KMU), bis zu einem mit Augenzwinkern eingeworfenen: „Das ist alles Teufelszeug!“, werden insbesondere folgende Bedenken für die Verwendung von Social Media in kleineren Unternehmen genannt:

  • Die Zielgruppe wird nicht erreicht
  • Social Media passt nicht zur Unternehmenskultur
  • Rechtliche Unsicherheiten im Arbeitsrecht, Urheber- und Datenschutzrecht
  • Fehlendes Know-how und mangende Ressourcen
  • Furcht vor Kontrollverlust des Kommunikationsverlaufs

Natürlich sind nicht alle Unternehmenslenker der kleineren Unternehmen komplette Social Media-Verweigerer. Ein Xing- oder LinkedIn-Account des Geschäftsführers für das persönliche „Networking“,  ist häufig der erste Einstieg zur Social Media Verwendung im Unternehmen. Weitere Social Media Aktivitäten werden dann auch schnell mal zur „Chefsache“ und eigenhändig von der Firmenleitung durchgeführt.

Zu den Zielen und Erwartungshaltungen, die sich durch den Einsatz von Social Media in kleineren Unternehmen ergeben sollen, werden von den Geschäftsführern im Wesentlichen folgende Themen genannt:

  • Steigerung des Bekanntheitsgrads der Marke oder des Unternehmens
  • Imagebildung
  • Direkter Kundenkontakt
  • Gewinnung neuer Mitarbeiter

Der letztgenannte Punkt nimmt bei KMU einen noch geringen Stellenwert ein. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade in Zeiten des Fachkräftemangels die Nutzung von Social Media, z.B. im Rahmen eines Employer-Branding-Konzepts, so geringe Beachtung findet. Hier bieten sich auch kleineren Unternehmen gute Chancen, sich als attraktiver Arbeitgeber für potentielle Mitarbeiter im Web zu präsentieren.

Da es den kleineren Unternehmen häufig an Marketingressourcen- und Know-how fehlt, gibt es oft auch keine Social Media Strategie. Diese ist aber Voraussetzung, um die Social Media-Aktivitäten als Erfolgsfaktor für die Unternehmen nachhaltig aufzubauen und zu nutzen.

Der Einsatz externer Berater und Social Media Dienstleister kann hier eine sinnvolle Unterstützung für die KMU darstellen. Neben der Entwicklung einer unternehmensspezifischen Social Media-Strategie, können in der Anfangsphase auch Inhalte und redaktionelle Texte, von externen Profis erstellt werden. Wichtiger Bestandteil der Social Media Strategie, stellt auch der Entwurf einer Social Media Guideline dar. Diese hilft den Mitarbeitern Unsicherheiten zu reduzieren und ihre Social Media-Kompetenzen aufzubauen und effektiv zu nutzen.

Trotz bestehender Defizite und Bedenken, sehen kleinere Unternehmen immer häufiger die Chancen und Wettbewerbsvorteile, die ihnen der sinnvolle Einsatz von Social Media heute und in der Zukunft bietet.

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